Avari
Avari

Wie ich mir das Bellen abgewöhnte...

 

 

 

 

Im Alter von ca. 8 Monaten habe ich mir eine Unsitte angewöhnt. Immer, wenn sich meine Menschen für einen Spaziergang mit mir Jacke oder Schuhe anziehen wollten, habe ich gebellt so laut ich nur konnte. Ich war sooo ungeduldig und mir ging das Anziehen immer nicht schnell genug. Mit meinem Gebell wollte ich sie anfeuern, sie sollten sich beeilen, denn ich wusste ja, dass meine Kumpels auf mich warten.

 

Meine Familie fand das gar nicht so toll…..

 

Irgendwann am Nachmittag, ich wusste gar nicht, dass schon wieder ein Spaziergang anstand, nahm Birgit ihre Jacke und zog ihre Gummistiefel an. Wieder wollte ich sie anfeuern, ich bellte und bellte. Und was macht mein Frauchen? Sie setzt sich mit Jacke und Gummistiefel ins Wohnzimmer und sieht fern! Ich war ziemlich irritiert. Gab es jetzt keinen Spaziergang, keine Leckerlis verstecken, kein Springen über Baumstämme? Meine Enttäuschung war groß. Einige Minuten später stand Birgit wieder auf, ich lief ihr sofort hinterher. Ich war mir sicher, jetzt geht es nach draußen ins Abenteuerland. Aber was passiert? Birgit zieht die Gummistiefel und die Jacke wieder aus und beginnt mit ihrer Hausarbeit. Völlig gelangweilt legte ich mich an meinem Lieblingsplatz ab, lasse Birgit aber nicht eine Sekunde aus den Augen. Kurze Zeit später, mitten in ihrer Putzaktion zieht sie wieder Jacke und Gummistiefel an. Ich bellte wieder ohne Grenzen. Aber völlig unbeeindruckt geht Birgit nicht Richtung Haustür, sondern beginnt mit einem total komischen Gegenstand irgendwelche T-Shirts zu glätten. Später habe ich erfahren, dass man dieses Ding Bügeleisen nennt.

 

Mein Frauchen bügelt also in Gummistiefel und Jacke.

Dieser Anblick war schon ziemlich lustig!

 

Nach ein paar Minuten zog sie erneut Jacke und Stiefel wieder aus, ohne dass etwas Spannendes passierte. Manno, ich habe mich doch schon so gefreut.

 

Dieses ständige An- und Ausziehen ging eine Woche so, bis ich verstanden habe, dass ich mit meinem übertriebenen Bellen überhaupt nichts erreiche.

 

Inzwischen habe ich es kapiert. Geduldig setze ich mich ganz brav auf die Fußmatte vor der Haustüre und warte geduldig bis ich angeleint werde. Als Belohnung bekomme ich dafür dann immer ein Leckerli. Und dann kann es losgehen, in den Wald, auf die Halde oder auf die Hundewiese.